Nach Angaben des Bundesverbandes WindEnergie (BWE) sind in den Jahren 2012 und 2013 jeweils sieben bzw. sechs Windenergieanlagen in Brand geraten. Im Jahr 2014 waren es vier Windenergieanlagen (Stand 08/2014) von über 24.000 installierten Anlagen in Deutschland1. Diese Angaben bestätigt auch das Hessische Ministerium für Wirtschaft, Energie, Verkehr und Landesentwicklung2 mit Verweis auf eine aktuelle Studie3, gemäß der es in den Jahren 2005─2015 bundesweit zu 62 Bränden an Windenergieanlagen an Land kam, was durchschnittlich 6,29 Bränden pro Jahr entspricht und je nach Betrachtungsjahr zwischen 0,01 bis 0,04 % der Gesamtanzahl an installierten Anlagen betraf.

An den Brandschutz an Windenergieanlagen werden strengen Anforderungen gestellt.

Das Bundesimmissionsschutzgesetz (BImSchG) ist gesetzliche Grundlage für die Erteilung von Genehmigungen für Windenergieanlagen. Das Gesetz dient der Vermeidung und Verminderung schädlicher Umweltauswirkungen und der Gefahrenvorsorge und -abwehr. Auch der Brandschutz ist als wichtiger Teil dieses Gesetzesgrundsatzes zu beachten. Maßgeblich für die Berücksichtigung des Brandschutzes im Genehmigungsverfahren ist die Landesbauordnung, deren Vorgaben einzuhalten sind.

Im Genehmigungsverfahren ist daher ein Brandschutzkonzept vorzulegen. Dort werden die baulichen (u. a. Sicherheitsabstände, Rettungswege), die anlagentechnischen (u. a. Brandmeldeanlage), die organisatorischen (u.a. Alarmierung von Leitwarte und Feuerwehr) sowie die abwehrenden Brandschutzmaßnahmen (u. a. Löschwasserversorgung) durch einen Brandschutzsachverständigen bewertet. Vor Inbetriebnahme der Windenergieanlagen ist zudem ein Feuerwehrplan zu erstellen und die Feuerwehr vor Ort für den Brandfall einzuweisen.

Die modernen Windenergieanlagen sind mit einer umfangreichen Sicherheitstechnik (u. a. Blitzschutzanlage, Brandmeldeanlage) ausgestattet. Über die Leitwarte des Betreibers – ein Kontrollzentrum, in dem alle Windenergieanlagen im eigenen Bestand technisch überwacht und kontrolliert werden – erfolgt zudem eine 24/7-Überwachung. Im seltenen Falle eines Brandes in einer Windenergieanlage wird über die in der Anlage installierte Brandmeldeanlage eine Meldung an die Anlagensteuerung abgesetzt und die Windenergieanlage automatisch abgeschaltet, sowie die Leitwarte alarmiert. Brände bleiben also auch an abgelegenen Orten nie unentdeckt.

Brände im Maschinenhaus einer Windenergieanlage werden durch die Feuerwehr nicht gelöscht. Durch kontrolliertes Abbrennen und Löschen herabfallender Teile wird in diesen Fällen der Fokus auf den Schutz der umliegenden land- bzw. forstwirtschaftlichen Flächen gelegt.

 

Zum Nachlesen:

1BWE Landesverband Nordrhein-Westfalen (2015): Windenergie im Fokus. Mythen und Wahrheiten, online unter: 140217_bwe_nrw_argument_web.pdf (lee-nrw.de), abgerufen am 20.08.2021

2Hessisches Ministerium für Wirtschaft, Energie, Verkehr und Landesentwicklung (2018): Faktenpapier Sicherheit von Windenergieanlagen, Bürgerforum Energieland Hessen, online unter: Faktenpapier_Sicherheit_Windenergieanlagen_2018.pdf (hessen.de), abgerufen am 20.08.2021

3Lettmann, A., Sesselmann, J., Kawohl, A. (2018). Brandschutztechnische Risikobewertung von Onshore-Windenergieanlagen. Stahlbau, 87 (1), S. 12f.