Worum geht es?

Beim Klimaschutz geht es – wie bereits im Namen enthalten – um den Schutz des heute auf der Welt herrschenden Klimas. Die Hauptintention ist jedoch nicht der Umwelt- oder Artenschutz, sondern ein Klima zu erhalten, dass für die Spezies Mensch erträglich ist. Klimaschutz dient also dem Erhalt der Menschheit.

Unsere Erdatmosphäre besteht im trockenen Zustand im Wesentlichen aus Stickstoff (ca. 78 %), Sauerstoff (ca. 21 %) und Argon (etwa 0,96 %). Die restlichen Bestandteile, die nur einen Anteil von 0,04 % ausmachen, werden als Spurengase bezeichnet (da die Luft nur eine „Spur“ dieser Bestandteile enthält). Zu diesen Spurengase zählen auch die Treibhausgase Kohlenstoffdioxid (CO2), Lachgas (N2O) und Methan (CH4).
Der obere Teil der Abbildung zeigt die Erdatmosphäre ohne Treibhausgase. Die energiereichen Sonnenstrahlen (gelb) treffen auf den Erdboden und erwärmen diesen. Diese Wärme wird von den oberen Erdschichten als Wärmestrahlung (rot) ins Weltall zurückgegeben. In diesem System wäre der Wärmeverlust sehr groß, der Boden sowie Wasser wären gefroren, die Bedingungen für eine Vegetation gänzlich ungeeignet und die globale Durchschnittstemperatur läge bei -19 °C.
Die Treibhausgase verändern diese Bilanz jedoch immens (unterer Abbildungsteil) durch ihre Wirkung: sie wirken wie ein Glas eines Gewächshauses (auch Treibhaus genannt) und erhalten daher auch ihren Namen. Treibhausgase sind in der Lage, die Wärmestrahlung der Erdoberfläche zu reflektieren und somit in der Erdatmosphäre zu halten. Dies führt dazu, dass sich die Luft in der Erdatmosphäre stark erwärmt; dank der Treibhausgase und dem sogenannten Treibhauseffekt liegt die globale Durchschnittstemperatur bei +14 °C, was das behagliche Leben auf der Erde erst ermöglicht.

Abbildung nach David Nelles, Christian Serrer (2018): Kleine Gase – Große Wirkung. Der Klimawandel.

Die Wissenschaft ist sich einig, dass der Anstieg der Treibhausgase (insbesondere des CO2) und damit die Änderung der Zusammensetzung der Atmosphäre einen großen Einfluss auf den Treibhauseffekt und damit die Erderwärmung hat. Der natürliche Treibhauseffekt wird durch die zusätzlichen Treibhausgase in der Atmosphäre verstärkt – somit steigt die globale Durchschnittstemperatur weiter an: es wird wärmer! Doch im Gegensatz zum natürlichen Treibhauseffekt ist dieser Effekt Menschen gemacht, da die zusätzlich zur Verfügung stehenden Treibhausgase in der Atmosphäre durch menschliche Prozesse herbeigeführt werden (in der nebenstehenden Tabelle sind die Hauptfaktoren aufgeführt).
CO2 macht den größten Anteil der Treibhausgase aus, somit steckt hier auch der größte Hebel, um mit einer Reduzierung der Emission den Anstieg der Temperatur zu minimieren.

Der Großteil der Emissionen – insb. des CO2 – entsteht durch die Verbrennung fossiler Brennstoffe. So ist der Beitrag der Energiewirtschaft an den Treibhausgas-Emissionen in Deutschland bei etwa 31 %. Hier liegt also ein großes Potential zum Klimaschutzbeitrag durch eine Energiewende – also durch die Nutzung regenerativer anstatt fossiler Energieträger.
Doch diese Nutzung muss erst einmal aufgebaut werden: mit dem sukzessiven Ausstieg aus Atom- und Kohlestrom müssen die regenerativen Energieträger ausgebaut werden.

Quelle des Treibhausgasanteils: https://www.umweltbundesamt.de/sites/default/files/medien/1410/publikationen/2020-04-15-climate-change_22-2020_nir_2020_de.pdf

Welchen Beitrag leistet die Windkraft zum Klimaschutz?

Betrachtet man die Emissionsfaktoren unterschiedlicher Energieträger, wird die Bedeutung von Windkraft für die Energiewende und die Reduktion von Emissionen deutlich.
Emissionsfaktoren werden meist in g CO2-Äquivalenten pro kWh erzeugtem Strom angegeben [gCO2Äq/kWh] und stellt eine Vergleichbarkeit bezüglich des klimafreundlichen Einsatzes innerhalb der Energieträger her. Neben Strom aus dem biogenen Anteil des Siedlungsabfalls und Laufwasserkraftwerken ist Windkraft (sowohl onshore als auch offshore) die klimaverträglichste Art und Weise Strom zu erzeugen. Hierin liegt das immense Potential der Windkraft als Treiber der Energiewende – sowohl durch technischen Fortschritt, also die Modernisierung von Anlagen, als auch durch einen erweiterten Neubau von Windkraftanlagen.

Weitere Informationen zu den einzelnen Emissionsfaktoren der Energieträger finden Sie in der Publikation “Emissionsbilanz erneuerbarer Energien” des Umweltbundesamts unter: https://www.umweltbundesamt.de/publikationen/emissionsbilanz-erneuerbarer-energietraeger-2017