Windenergie im Wald

Trotz der dichten Besiedlung ist die Bundesrepublik eines der waldreichsten Länder der Europäischen Union. Rund ein Drittel der Fläche ist mit Wald bedeckt. Vor allem mittel- und süddeutsche Bundesländer haben Waldanteile von etwa 40 Prozent. Der deutsche Wald bindet nicht weniger als 52 Mio. Tonnen Kohlendioxid im Jahr. Doch stellt das in der Konsequenz für den Bau von Windenergieanlagen im Wald notwendige Roden von Bäumen keinen Widerspruch in sich dar.

Wichtig für das Thema „Windenergie in bewaldeten Gebieten“ ist die Unterscheidung zwischen Wald und Forst

Der natürlich gewachsene Wald mit hoher Artenvielfalt ist für die Windenergienutzung von vorne herein ausgeschlossen. Planung und Bau von Windenergieanlagen in bewaldeten Gebieten werden auf forstwirtschaftliche Nutzwälder mit Monoforstkulturen beschränkt, also auf Flächen mit geringerer ökologischer Wertigkeit. Diese werden mit der Bezeichnung „Forst“ gegenüber dem natürlich gewachsenen Wald differenziert. Die Planungen erfolgen stets in Orientierung an den strengen Regeln des Bundeswaldgesetzes und der Landesforstgesetze, um eine zielführende Verbindung von Waldschutz und Energiewirtschaft gewährleisten zu können.

Um die politischen Ziele zum Ausbau der Windenergie zu erreichen, ist die Nutzung von Forstflächen notwendig. Aufgrund des technischen Fortschritts und höherer Türme kann die Energie des Windes mit modernen Anlagen über den Baumwipfeln wirtschaftlich genutzt werden. Wirtschaftswälder bieten den Vorteil, dass es dort bereits eine flächige Erschließung mit Waldwegen gibt, die größtenteils ohne nennenswerten Ausbau für die Transportlogistik der Windenergieanlagen nutzbar ist.

Neben diesen Vorteilen bietet die Verpachtung von Forstflächen dem Forstbesitzer eine weitere Einnahmequelle neben der Waldwirtschaft. So wird er unabhängiger von Holzpreisen.

Um so wenig wie möglich in das sensible Ökosystem Wald einzugreifen, setzt wpd bei der Planung von Anfang an auf eine sehr enge Abstimmung mit dem Wald- bzw. Forstbesitzer:

  • wpd nutzt bestehende Erschließungslinien
  • Der notwendige Ausbau wird an bestehende Infrastruktur angelehnt
  • Vormontageflächen werden außerhalb des Waldes angelegt und Kalamitätsflächen genutzt, also Areale, die durch Stürme oder Schädlingsbefall beeinträchtigt worden sind
  • Es wird Rücksicht auf Forstwirtschaft und Jagd genommen

Standort: Deutschland / Baden-Württemberg
Inbetriebnahme: 2016
Anlagentyp: GE 2.75
Anzahl Anlagen: 16
Nennleistung: 44 MW

Standort: Deutschland / Hessen
Inbetriebnahme: 2016
Anlagentyp: Nordex N-177
Anzahl Anlagen: 5
Nennleistung: 12 MW

Standort: Deutschland / Brandenburg
Inbetriebnahme: 2015
Anlagentyp: GE 2,5-100
Anzahl Anlagen: 3
Nennleistung: 7,5 MW

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